Meine Ausbildung im HEH!

Hallo, ich bin Azubi der Gesundheits- und Krankenpflege und absolviere meine Ausbildung im Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. Ich habe das zweite Ausbildungsjahr erreicht und einiges an Fachwissen und Erfahrung für diesen Beruf und auch den normalen Alltag dazugewinnen können. Damit ihr wisst, was auf euch als Auszubildende zukommt, möchte ich euch einen kleinen Einblick in den normalen Stationsalltag gewähren.

Mein Tag startet um 4:30 Uhr, denn der Frühdienst beginnt um 6 Uhr. In den ersten 5 Minuten nach dem Aufstehen denke ich mir: „Oh Gott, wie soll ich nur diesen Tag überstehen, ich will wieder ins Bett“. Aber Hey, wenigstens ist meine Schicht schon um 14:12 Uhr beendet, und ich kann in Ruhe ins MC Fit, ohne lang an den Geräten anstehen zu müssen, oder anderen Hobbys nachgehen während jeder andere noch arbeitet. In der nächsten Woche ist dann das Gegenteil der Fall. Mein Tag beginnt irgendwann im Laufe des Vormittags, und das heißt ausschlafen, denn der Spätdienst beginnt erst 13:30 Uhr.

Sowohl der Einsatz auf den verschiedensten Stationen als auch der Block in der Schule wechseln sich regelmäßig ab. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis und man kann das neu Gelernte im nächsten Einsatz umsetzen. Beispielsweise behandelten wir zuerst den theoretischen Teil der Gynäkologie im Unterricht, darauf folgte für mich ein 6-wöchiger Einsatz auf der Entbindungsstation. Innerhalb der Ausbildung lernt man durch den Wechsel der Stationen die verschiedensten Fachbereiche kennen und kann sich somit sein ganz eigenes Bild machen. Sowohl den Lehrern als auch den Mitarbeitern der verschiedenen Stationen liegt unheimlich viel daran, uns Schülern in kürzester Zeit möglichst viel Wissen zu vermitteln. Der eher kleine aber gemütliche Rahmen unserer Schule ermöglicht es, viel zu lernen, denn meiner Meinung nach sind unsere Dozenten mehr als nur Lehrer und helfen in allen Bereichen wo sie können. Es entsteht ein lockeres Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, welches beispielsweise jeden Mittwoch in der internen Laufgruppe gefestigt wird. Dies war einer der Gründe warum ich mich für die Ausbildung im HEH entschieden habe. Schon beim Bewerbungsgespräch hatte ich das Gefühl, in einer kleinen familiären Umgebung zu sein, in der alle freundlich zueinander sind und sich gegenseitig helfen. Bis heute habe ich keinen Tag bereut, mich für diese Ausbildung entschieden zu haben. Durch den Alltag auf der Station lernt man Menschen unterschiedlichster Herkunft und deren Lebensweisen kennen. Denn der Punkt, an dem ein 98-jähriger Patient jedes Mal glücklich ist, wenn man das Zimmer betritt und er von seinem Leben als Diplomat erzählt, oder man einer werdenden Mutter als erstes ihr Neugeborenes zeigt, schiebt all den Stress oder die Müdigkeit, durch das Schichtsystem bedingt, beiseite. Auch die Erfahrung, einem Menschen die letzten Tage seines Lebens so beschwerdefrei und schön wie möglich zu machen, sind eines der vielen Dinge, die ich nicht missen möchte. Doch auch außerhalb der Ausbildung hilft dieses Wissen unheimlich weiter. Man lernt seinen eigenen Körper besser kennen und versteht plötzlich Zusammenhänge, die einem selbst vorher nicht bewusst waren. Ich kann selbst erkennen, was es heißt, wenn ich plötzlich Fieber bekomme, in Notfallsituationen außerhalb der Klinik kann ich schnell und effektiv handeln.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass nur wenige Kliniken eine solche Ausbildung für ihre Schüler möglich machen und man nicht nur einer von vielen ist. Jedem, der sich also für diesen Beruf entscheidet, kann ich nur empfehlen, diese Ausbildung bei uns zu absolvieren. Ich für meinen Teil bin voll und ganz zufrieden und bereue keinen einzelnen Tag. Außer die Frühdienste ;-), früh aufstehen ist nicht so meins ;D

Alexander (2. Ausbildungsjahr)